Wyschywanka-Tag in Wien am 21. Mai 2026: Ukrainische Kultur, Tradition und Einheit im Herzen Österreichs

Der Wyschywanka-Tag ist eines der wichtigsten modernen Kulturfeste der Ukraine. Er wird jedes Jahr am dritten Donnerstag im Mai gefeiert und entstand 2006 als studentische Initiative in der Stadt Czernowitz. Was einst klein begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Bewegung, an der heute Millionen Ukrainer:innen in vielen Ländern teilnehmen.

Die Wyschywanka – das traditionelle ukrainische bestickte Hemd – ist weit mehr als ein Kleidungsstück. Sie gilt als Symbol der ukrainischen Identität, Erinnerung und kulturellen Kontinuität. Jede Region der Ukraine besitzt eigene Muster, Farben und Sticktechniken, die über Generationen weitergegeben wurden. Besonders in Zeiten des Krieges wurde die Wyschywanka auch zu einem Zeichen von Würde, Freiheit und Widerstandskraft.

Am Wyschywanka-Tag tragen Menschen ihre traditionellen Hemden im Alltag, organisieren Märsche, Konzerte, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Ukrainische Gemeinschaften weltweit feiern diesen Tag, um ihre Kultur sichtbar zu machen und Menschen miteinander zu verbinden.

Auch in Wien wurde das 20-jährige Jubiläum des Welt-Wyschywanka-Tages in diesem Jahr besonders groß gefeiert. Tausende Menschen in Wyschywankas zogen gemeinsam durch das Stadtzentrum – vom Maria-Theresien-Platz bis zum Michaelerplatz – und machten Wien zu einem Ort ukrainischer Kultur, Musik und Tradition.

Die Veranstaltung wurde vom Verband der ukrainischen Organisationen in Österreich gemeinsam mit 38 ukrainischen und österreichischen Partnerorganisationen organisiert. Ein besonderes Symbol der Feier war das 165 Meter lange „Tuch der Einheit“, das Teil eines internationalen Kunstprojekts ist. Noch in diesem Jahr soll es mit einem 700 Meter langen bestickten Tuch aus Cherson verbunden werden, das während der russischen Besatzung gerettet wurde. Langfristig soll daraus das größte bestickte Tuch der Welt entstehen und ins Buch der Rekorde eingetragen werden.

Gemeinsam mit dem Tuch trugen die Teilnehmer:innen auch eine 30 Meter lange ukrainische Flagge durch die Wiener Innenstadt. Im Anschluss fand am Michaelerplatz ein Festival ukrainischer Kultur statt – mit Musik, traditionellen Trachten, Volkskunst und Ausstellungen.

Zu den Höhepunkten gehörten die Präsentation der ukrainischen „Wybijka“-Sammlung der Künstlerin Karina Haieva, eine Ausstellung authentischer ukrainischer Trachten aus der Privatsammlung von Bohdan Shutka sowie Auftritte des ukrainischen Chors Barbareum und weiterer Musiker:innen.

Ein besonderer Platz im Programm war der Bandura gewidmet – dem legendären ukrainischen Saiteninstrument und einem wichtigen Bestandteil des immateriellen Kulturerbes der Ukraine.

Die Feier in Wien zeigte eindrucksvoll, wie Kultur Menschen verbinden kann und wie lebendig die ukrainische Gemeinschaft in Österreich ist.

Hauptkoordination: Anna Pattermann

Fotos: Dakota